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Anbieter und Infrastruktur: Wer wird den digitalen Euro liefern?

Banken, Zahlungsdienstleister, Technologieanbieter und Infrastrukturdienstleister – ein Überblick über das entstehende Ökosystem des digitalen Euro.

Das digitale Euro-Ökosystem – wer spielt welche Rolle?

Der digitale Euro wird kein monolithisches System eines einzigen Anbieters sein. Er entsteht als Ökosystem aus mehreren Schichten: der EZB-Infrastruktur als Basis, regulierten Intermediären als Zugangspunkt, Technologieanbietern als operationale Unterstützung und Schnittstellenanbietern für Endnutzer.

Für Unternehmen, die sich in diesem Ökosystem positionieren wollen – als Anbieter, als Nutzer oder als Investor – ist das Verständnis dieser Schichten essenziell.

Vier Ebenen des digitalen Euro-Ökosystems

Ebene 1: EZB (Infrastruktur und Ledger) → Ebene 2: Intermediäre (Banken, PSPs – Kundenzugang) → Ebene 3: Technologiedienstleister (Core-Banking, Wallet-Backend, Compliance) → Ebene 4: Schnittstellenanbieter (Apps, Terminals, API-Integrationen)

Regulierte Intermediäre: Banken und PSPs

Die erste und wichtigste Anbietergruppe sind die regulierten Intermediäre – Kreditinstitute und zugelassene Zahlungsdienstleister, die direkten Kundenzugang anbieten werden. In Deutschland zählen dazu alle Banken mit EU-Banklizenz sowie lizenzierte Zahlungsinstitute und E-Geld-Institute mit entsprechenden Erweiterungen.

  • Sparkassen und Genossenschaftsbanken – flächendeckende Präsenz in Deutschland
  • Großbanken (Deutsche Bank, Commerzbank, HypoVereinsbank) – kapitalstarke Integration
  • Direktbanken und Neobanken – technologisch oft fortgeschrittener, aber kleinere Kundenbasis
  • Spezialisierte PSPs – Worldline, Nexi, Nets als potenzielle POS-Anbieter

Core-Banking-Systemanbieter

Die technische Integration des digitalen Euro in bestehende Bankinfrastruktur erfordert Anpassungen an Core-Banking-Systemen. Führende Anbieter in diesem Segment – relevant für den deutschen und europäischen Markt:

Temenos

Schweizer Core-Banking-Spezialist mit breiter europäischer Präsenz. Arbeitet aktiv an CBDC-Modulen für mehrere Zentralbank-Pilotprojekte weltweit.

Thought Machine

Cloud-native Core-Banking-Plattform (Vault) mit moderner API-Architektur. Gut geeignet für digitale Euro-Integration durch offene Schichtenarchitektur.

Sopra Banking Software

Europäischer Anbieter mit starker DACH-Präsenz. Langjährige Partnerschaft mit Sparkassen und Genossenschaftsbanken – relevante Installationsbasis.

Mambu

SaaS-basiertes Core-Banking, besonders bei Neobanken verbreitet. Modulare Architektur ermöglicht schnelle Integration neuer Zahlungsinstrumente.

Wallet- und Infrastruktur-Backend

Für die tokenbasierte Seite des digitalen Euro – insbesondere Offline-Wallet-Funktionalität – sind spezialisierte Anbieter relevant, die Erfahrung mit sicherer Schlüsselverwaltung und Hardware-Integration mitbringen:

  • Giesecke+Devrient (G+D) – Münchner Sicherheitstechnologiekonzern, arbeitet aktiv an CBDC-Lösungen, Partnerschaft mit mehreren Zentralbanken
  • Idemia – Spezialist für digitale Identität und Secure Elements in Chipkarten und Smartphones
  • Infineon Technologies – Chip-Technologie für Hardware-Wallet-Lösungen und sichere Elemente
  • IBM und Accenture – Systemintegration auf EZB-Ebene und für Großbanken

Identität, Compliance und KYC

AML/KYC-Prozesse für digitale Euro-Konten erfordern robuste Identitätslösungen. Relevante Anbieter im deutschen Markt:

  • IDnow (München) – Videoident und eIDAS-konforme Fernidentifizierung
  • Veriff – Estnischer Anbieter mit starker EU-Präsenz
  • Signicat – Spezialist für digitale Identität und qualifizierte elektronische Signaturen
  • CRIF – Bonitätsprüfung und Identitätsverifizierung mit deutschem Marktfokus

Beratung und Systemintegration

Mehrere große Beratungshäuser haben Practices aufgebaut, die sich explizit mit digitalem Zentralbankgeld befassen:

  • Oliver Wyman – CBDC-Strategie für Zentralbanken und Finanzinstitute
  • Roland Berger – Digitaler Euro Strategie mit Fokus auf deutschen Markt
  • PwC Deutschland – Digital Assets und CBDC in Financial Services
  • BearingPoint – Regulatorische Umsetzung und Systemintegration

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